Hilfstrainer Walter Trinkler (Mitte) in der Sporthalle Wolfsmatt in Ruswil, mit der Abteilung Handball Kids und Cheftrainer Seppi Limacher. (Bild: Michael Wyss)

«Es war eine wunderbare Zeit»

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Walter Trinkler, seit 1967 in Ruswil wohnhaft und im Kanton Zug aufgewachsen, war während vieler Jahre Nachwuchstrainer bei der SG Ruswil Wolhusen. Nun hat der 73-Jährige seinen Rücktritt erklärt.  

Interview von Michael Wyss, Anzeiger vom Rottal

Walter Trinkler, in diesen Tagen hören Sie als Nachwuchstrainer der SG Ruswil Wolhusen auf. Warum?
Es ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen. Ich durfte viele Jahre im Nachwuchs mitarbeiten, jetzt mache ich Platz für Jüngere. Das Traineramt hat mich erfüllt und war eine schöne Erfahrung für mich. Es war eine wunderbare Zeit, die ich nicht missen möchte.  

Wie kam es zum Engagement bei der SG Ruswil Wolhusen?
Mein Sohn Ramon begann mit dem Handball spielen. Das war Anfang 2000. Ein guter Freund von mir, Josef Helfenstein, hat mich einmal angefragt, ob ich Lust hätte, ihm beim Trainieren der Handball Mini zu helfen. Und weil mein Sohn Ramon dabei war, war ich motiviert und sagte zu. Später übernahm ich die U15-Mannschaft und stieg mit ihr in die Inter-Klasse auf, wo wir gegen namhafte Vereine, wie Kadetten Schaffhausen, Pfadi Winterthur oder GC/Amicitia, spielen durften.     

Sie sind im Kanton Zug aufgewachsen, kamen aus beruflichen Gründen nach Ruswil!
Das stimmt. Ich war früher Tiefbauzeichner und der Beruf hat mich nach Ruswil zum Vermessungsbüro Blum geführt. Und es hat mir auf Anhieb gefallen und ich wurde schnell integriert im Dorf. Ruswil ist eine schöne Gemeinde und hier herrscht eine grosse Vielfalt an Vereinen. Das ist für das Gemeinwohl sehr wichtig. Viele Kinder und junge Erwachsene wird eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geboten. Jede Person, auch bis ins hohe Alter, hat in Ruswil die Möglichkeit, etwas zu machen. Das finde ich schön, dass sich so viele Menschen in Ruswil engagieren und viel Freizeit investieren in die Vereinsarbeit.     

In welchen Vereinen waren Sie aktiv in Ruswil?
Früher war ich bei der Guggenmusik Rosswöschwyber, wo ich meine Frau kennenlernte. Ich war im Turnverein Fides Ruswil, war Oberturner, habe die Korbballriege geführt, leitete die Jugendriege, Orientierungslauf-Gruppe und Leichtathletik-Gruppe. Auch für Langlaufkurse oder das Skiturnen war ich verantwortlich. Heute bin ich noch Aktivmitglied bei der Männerriege Fides Ruswil und beim Fitness Fides. 

Sie leiteten zuletzt die Handball J+S Kids als Hilfstrainer. Was motivierte Sie für diese Tätigkeit?
Die Freude und die glücklichen Kinder, wenn sie die Handballhalle betreten und trainieren können. Sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten, war immer eine schöne Sache für mich. Auch im Trainerteam mit Josef Limacher und Remo Fischer hatten wir es immer gut miteinander. Es harmonierte und war sehr familiär. Auch die vielen Turniere, welche wir mit den Kids währen der Saison bestreiten, waren für alle Beteiligten schöne Erlebnisse. In diesem Alter geht es um das Spielen und die Freude am Sport. Das haben wir im Trainerstaff immer vermittelt.       

Was fasziniert Sie am Handballsport?
Ich interessiere mich generell für den Sport. Das Polysportive ist etwas, was mich interessiert. Auch der Teamsport, der Teamgedanke, das ist etwas was ich immer als grosse Herausforderung angesehen habe. Im Team zu funktionieren, den Mitspieler mit seinen Schwächen und Stärken zu akzeptieren, ist das Schwierige, gerade in jungen Jahren. Man verliert und gewinnt als Mannschaft. Das müssen die Kids lernen. Beim Vereinssport lernt man bereits in jungen Jahren wichtige Grundlagen für das spätere Leben. Es ist eine Lebensschule. Für die Kinder, aber auch ich als Trainer habe immer wieder etwas dazu gelernt. Man lernt ein ganzes Leben lang dazu.    

Welche Aufgabe muss die SG Ruswil Wolhusen in Zukunft wahrnehmen?
Ganz klar sehe ich die SG als Ausbildungsverein. Der Breitensport wird gelebt und steht im Angebot. Das ist wichtig, denn jedes Kind hat die Möglichkeit, bei der SG zu trainieren und zu spielen. Egal, ob talentiert oder nicht. Es herrscht kein Leistungsdruck. Das eine oder andere Kind übernimmt vielleicht später einmal einen Job im Verein. Sei es im Vorstand als Funktionär oder als Trainer. Es ist wichtig, dass man viele Personen im Verein halten und integrieren kann. So hat mich besonders gefreut, als vor drei Jahren zwei Sekundarschülerinnen sich als Hilfstrainerinnen gemeldet haben. Sie überbrückten so die Zeit zwischen Schulschluss und eigenem Training, statt herumzuhängen. 

Dennoch ist es wichtig, dass die Fanionteams auf einer ansprechenden Liga spielen, oder?
Das ist so. Die ersten Mannschaften der Frauen und Männer sollten mittelfristig in der 1. oder 2. Liga vertreten sein. Das wäre schön, denn die Spieler dieser Teams sind auch Vorbilder. Wichtig ist, dass man mit eigenen Spielern das in Angriff nimmt. So können sich die Fans mit den Mannschaften auch identifizieren. Wir haben in den letzten Jahren doch einige Spielerinnen und Spieler ausgebildet, welche grosse Erfolge feierten, wie Walter «Wädu» Ineichen, Noah Ineichen, Seline Ineichen, Tobias Hodel, Samuel Weingartner oder Soraya Schaller. Sie waren und sind auch Imageträger für den Verein.   

Bleiben Sie dem Handball erhalten?
Ja klar. Ich bleibe ein grosser Fan und werde bei den Heimrunden sicher in der Wolfsmatt-Halle anzutreffen sein, wenn es zeitlich passt. Dazu bin ich Mitglied im Tribünenclub und die Kontakte bleiben somit bestehen.

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