Spieler und Staff vom Herren 1 und Herren 2 sammelten am vergangenen Samstag in der Gemeinde Ruswil rund 750 Liter Abfall.

Putzaktion: Haufenweise Müll anstatt Gegner weggeputzt

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Normalerweise kämpfen die Spieler des Handballvereins SG Ruswil Wolhusen während dieser Jahreszeit in packenden Spielen um Punkte. Die Covid-Pandemie lässt solches Ambiente in der Wolfsmatt-Halle zurzeit nicht zu. So entstand die Idee, zum Wohle der Gemeinde sich dennoch zu bewegen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun.

Text: Patrick Wicki

Knallgrüne Wiesen, leuchtend bunte Tulpen und blitzweiss-rosa Kirschblüten – in den ersten Frühlingstagen wirken die Parks und Wiesen, als kämen sie frisch aus dem Schleuderprogramm der Waschmaschine. Es ist zu allererst die Natur, die den Menschen im Frühling animiert, auch die eigenen vier Wände zu säubern und zum Glänzen zu bringen. Dass die Spieler der Herren 1 und 2 Mannschaften der SG Ruswil Wolhusen am vergangenen Samstag sich in alle Himmelsrichtungen der Gemeinde verteilten, den Soppesee umrundeten, über die Schwerzi, Sigigen, Homberg, Schübelberg und den Ruswilerberg wanderten, hatte allerdings noch andere Gründe.

Grosse Menge an Abfall
Bepackt mit Kehrrichtsäcken und Abfallzangen sammelten sie auf diversen Routen jeweils in Zweier-Gruppen sämtlich herumliegenden Abfall zusammen und trugen diesen mit ins Dorf. Die Do-it-yourself-Euphorie sorgte einerseits zwar für die Wiedersehensfreude bei den Spielern, sowie körperlichen Elan, erhielt andererseits aber einen faden Beigeschmack im Bewusstsein, solch grosse Menge an Abfall auf den Wiesen und dem Strassenrand vorzufinden. Kinderwagenteile, ganze Ess-Menüs, Grillroste, Flaschen, zig Masken, hunderte von Zigarettenstummeln und weiteren Müll fanden den Weg zur Deponie. Diese Anhäufung von Abfall fiel zuvor in individuellen Trainings rund um und in der Gemeinde auf. Anstatt tatenlos zuzuschauen, packten die Heinzelmännchen der beiden Mannschaften tatkräftig zu. Dies tun sie übrigens auch nach jedem einzelnen Hallentraining, erkennt der Laie in Ruswil jedenfalls nicht, dass zuvor ein Training mit Harz (selbst in der MZH!) in der Halle stattgefunden hat. Die Spieler der beiden Herrenmannschaften versuchten also, eine lange Rottaler-Tradition aufrechtzuerhalten: Wie in bäuerlichen Haushalten war im Lauf des Jahres kaum Zeit für eine gründliche Reinigung. Nur einmal im Jahr, vor Ostern, half die gesamte Familie mit, Haus, Stall und Geräteschuppen zu putzen. Diese Aufgabe übernahm nun freiwillig und ohne Entschädigung die Handballfamilie zum Wohle der Tiere, Landwirtschaft als auch der Bevölkerung von Ruswil. Anstelle des Gegners, wurde für einmal der Müll weggeputzt. Chapeau, für die grossartige Geste der SG Ruswil Wolhusen. Rund 750 Liter Abfall wurde gesammelt.

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